Spinnfaden-Poetik

Gute-Laune-Schriftstellerei ist nicht mein Talent. Ich winke nicht mit bunten Fetzen. Bin nicht leicht wahrnehmbar, geschweige wertzuschätzen in einer Szene, literarischen, kulturellen Szene, wo es ums Auffallen, Laut-sein, Grell-sein geht. Die Schockelemente zählen. Originalität bemisst sich an Anstößigkeit. Selbst wenn ich wollte, kann das, wird das nicht meine Welt sein. Einlassen muss man sich aber schon. Wie Spinnfäden schweben meine Sätze durchs Land, schimmern in Regenbogenfarben, definieren ein Bild, formen ein Gelände. Verfangen sich, Haltepunkte ermöglichen Hinschauen, Spüren, ein Glühen, ein Regesein. Fäden der Aufmerksamkeit werden ausgeworfen, es formt sich ein Netz, ein Bild. Wenn du nur liest, dann hab ich dich!

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